Die Variante Leimgrube

Aktuell plant die RBS für das neue Depot die Variante "Leimgrube" beim AGR einzureichen. Gemäss RBS sind vier Zufahrtsvarianten möglich:

RBS Depot Standort Leimgrube
RBS Depot Standort Leimgrube

violett: von Solothurn her durch den Bahnhof und dann im 90 Grad Winkel um das Einfamilienhaus "Reinhard" parallel zur Landi

orange: von Bern her durch den Bahnhof und dann im 90 Grad Winkel um das Haus "Knuchel" parallel zur Kyburgstrasse

blau: von Solothurn her über die Hostet von Alexander Hubler quer über die Kyburgstrasse

rot: von Bern her über die abzureissenden Landi-Gebäude

Depotstandort mit Umgebung

RBS Depot Standort Leimgrube
RBS Depot Standort Leimgrube

Was spricht für die Variante "Leimgrube"

  • Kleine Teile des Depots kämen auf bestehendes Industrieland zu stehen.
  • Teile des Depots können hinter den Landi-Hallen versteckt werden.

Was spricht gegen die Variante "Leimgrube"

  • Mit dem Bau des Depots gingen 4 Hektaren bestes ackerfähiges Kulturland für immer verloren.
  • Die Zufahrten ins Depot (orange und violett) durch den Bahnhof haben extrem enge Kurvenradien. Ein Kurvenkreischen ist unvermeidlich. Das beginnt Morgens um 05:00 und endet Nachts um 01:30. Diese Lärmemmissionen haben in Zentrumsnähe nichts verloren, da sie viele Einwohner belästigen!
  • Das Depot liegt direkt neben Einfamilienhäusern. Die Zufahrt erfolgt durch die Vorgärten von Anwohnern, wodurch die Wohnhäuser auf zwei bis drei Seiten von Schienen umgeben sind. Dies überschreitet die Grenzen der Zumutbarkeit.
  • Die Zufahrten über die Kyburgstrasse oder die Bahnhofstrasse bedingen eine Barriere, die bei jeder Einfahrt und Ausfahrt eines Zuges ins Depot geschlossen werden muss.
  • Das geplante RBS- Depot mit Schienen, Fahrleitungen, Lärm- und Lichtemissionen gehört nicht in Bätterkindens Zentrumsnähe.

Beurteilung aus ökologischer Sicht

Der RBS hat aufgrund eigener finanzieller Vorteile, sowie aus Gründen der einfachen Verfügbarkeit der betroffenen Parzelle den Standort Leimgrube zur Aufnahme in den kantonalen Richtplan eingereicht. Dies mag aus ihrer Sicht auf den ersten Blick auch aus ökologischen Gründen eine gute Wahl darstellen: Das Depot würde nicht wie bei anderen diskutierten Varianten in «freier Natur» gebaut werden.

Wird die Situation aus ökologischer Sicht langfristig betrachtet, ergibt sich aufgrund folgender Aspekte ein anderes Bild:

  • Bei der Parzelle Leimgrube handelt es sich um 4 Hektaren bestes Ackerland, welches für immer verloren wäre.
  • Die Leimgrube grenzt heute direkt an Wohngebiet, welches durch die zentrale Lage eine ökologische Lebensweise klar fördert (Nähe ÖV, Einkaufen, Schulen etc.).  Aufgrund der zu erwartenden Lärmbelastung (rechtwinklig gebaute Gleisanlagen, teilweise auf 2 – 3 Seiten an Wohnhäuser grenzend) werden einige der betroffenen Anwohner einen neuen Wohnort suchen müssen, da gesundes Leben nicht mehr möglich sein wird. Ob der Alltag an einem neuen Wohnort ebenso nachhaltig gelebt werden kann ist mehr als fraglich.
  • Allfällige verdichtende neue Wohnbauten in der Nähe von Bahnhof / Einkaufen / Schulen können nicht mehr oder nur unter sehr unattraktiven Wohnbedingungen realisiert werden. Dies fördert letztendlich eine Zersiedelung der Landschaft, sowie Mehrverkehr durch Autos.
  • Sollte die Parzelle Leimgrube aus raumplanerischen Gründen überbaut werden müssen, so macht eine Nutzung dieses zentralen Standortes im Dorf nur für Wohnen / Arbeiten Sinn. 

Unter Einbezug dieser Aspekte muss auch aus ökologischer Sicht die Realisierung des RBS-Depots auf der Parzelle Leimgrube verhindert werden. Insbesondere da mögliche Standorte existieren, die für den RBS wohl finanziell teuer sind, jedoch langfristig die Erhaltung unserer Umwelt besser unterstützen. 

Dass der RBS als Teil des öffentlichen Verkehrs aus finanziellen Gründen obengenannte Argumente ignoriert, resp. deren Folgen in Kauf nimmt ist bedenklich.

 

Fazit

Wir lassen nicht zu, dass die zentrumsnahe Parzelle „Leimgrube“ für unsere Nachkommen kurzsichtig verbaut wird!